Gewicht und Schwerpunkt: das unterschätzte Problem
Ein aufrechtes Klavier bringt je nach Bauart etwa 180 bis 280 Kilogramm auf die Waage, ein Flügel je nach Länge 250 bis über 450 Kilogramm. Das allein wäre mit genug Leuten noch machbar. Das eigentliche Problem ist die Gewichtsverteilung: Der Großteil der Masse sitzt im gusseisernen Rahmen und im Resonanzboden, also weit oben und hinten.
Ein Klavier kippt deshalb leichter nach hinten, als man erwartet – und wenn es kippt, ist es nicht mehr aufzuhalten. Genau dann passieren die Unfälle, bei denen nicht nur das Instrument Schaden nimmt.
Profis arbeiten deshalb nicht mit Muskelkraft, sondern mit Technik: Klavierroller, Transportgurte, Rückenkraxe, Treppensteiger und – wo es geht – der Möbellift. Angefasst wird nur an den konstruktiv tragenden Punkten, niemals an Beinen, Deckel, Pedallyra oder Notenpult.





