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Kosten & Planung

Selbst umziehen oder Umzugsfirma beauftragen?

Die Frage entscheidet sich seltener am Preis als am Treppenhaus. Ein Selbstumzug kann deutlich günstiger sein – oder am Ende teurer, wenn ein Posten dazukommt, den vorher niemand gerechnet hat. Hier stehen beide Seiten, auch die, die gegen uns spricht.

von Petru Moraru5 Minuten Lesezeit

Geöffneter MUT-Umzugswagen mit Möbelteilen auf der Ladefläche

Was ein Selbstumzug tatsächlich kostet

Die meisten rechnen den Mietwagen und hören dann auf. Das ist der Grund, warum der Selbstumzug im Kopf billiger ist, als er auf dem Kontoauszug aussieht. Die folgende Aufstellung enthält die Posten, die regelmäßig vergessen werden.

Typische Posten bei einem Selbstumzug, Drei-Zimmer-Wohnung in der Region
PostenMarktüblichAnmerkung
Transporter, 1 Tag80–150 €Grundpreis ohne Kilometer
Freikilometer überschritten0,20–0,50 €/kmgreift schnell bei zwei Fahrten
Kraftstoff40–80 €je nach Strecke und Fahrzeuggröße
Vollkaskoschutz, Selbstbeteiligung20–50 €ohne ihn tragen Sie jeden Schaden
Umzugskartons und Material80–200 €60–80 Kartons, Folie, Decken, Klebeband
Möbellift, falls nötig250–500 €ab dem dritten Stock oft unvermeidlich
Halteverbotszone, zwei Adressenje nach KommuneGebühr setzt die Stadt fest
Verpflegung für Helfer50–100 €wird fast immer vergessen
Ein bis zwei UrlaubstageIhr Tagessatzder größte unsichtbare Posten
Marktübliche Spannen, Stand 2026. Keine Preise von MUT. Ohne Urlaubstage landet ein ehrlich gerechneter Selbstumzug dieser Größe meist bei 500 bis 900 Euro – bei nötigem Möbellift darüber.

Was Ihr Umzug mit uns kostet, sehen Sie in zwei Minuten Vier Fragen im Rechner, danach melden wir uns mit einem Festpreis-Angebot. Dann können Sie die Zahlen nebeneinanderlegen.

Umzugskosten berechnen

Die drei Posten, die den Vergleich kippen

Zwischen „günstiger“ und „teurer“ liegen meistens diese drei Punkte. Sie tauchen in keinem Mietwagenangebot auf.

  1. Haftung: Beim Selbstumzug tragen Sie sieBeauftragen Sie eine Firma, gilt die gesetzliche Haftung nach § 451e HGB – 620 Euro je Kubikmeter Laderaum. Beim Umzug mit Freunden gibt es diesen Anspruch nicht. Geht die Vitrine zu Bruch, ist das Ihr Schaden, und ob die Privathaftpflicht Ihres Helfers einspringt, steht in dessen Vertrag – Gefälligkeitsschäden sind nicht überall eingeschlossen.
  2. Schäden am GebäudeDie häufigsten Umzugsschäden betreffen nicht die Möbel, sondern Treppenhaus, Türzargen und Aufzugkabinen. Dafür haftet, wer sie verursacht – und zwar gegenüber der Hausverwaltung, nicht gegenüber dem Vermieter allein. Ein Kratzer im Handlauf kann mehr kosten als die Ersparnis beim Transporter.
  3. Zeit, die Sie nicht zurückbekommenEin Selbstumzug dieser Größe braucht realistisch zwei Tage: einen zum Laden und Fahren, einen zum Aufbauen und Nachholen, was liegen blieb. Dazu die Abende fürs Packen. Wer dafür Urlaub nimmt, hat den größten Posten der Rechnung schon bezahlt, bevor der Transporter rollt.

Quellen: § 451e HGB (Haftungshöchstbetrag beim Umzugsvertrag)

Wann der Selbstumzug die richtige Entscheidung ist

Es gibt sie, und wir sagen es trotzdem: Unter bestimmten Bedingungen ist der Selbstumzug klar die bessere Wahl, und es wäre unredlich, Ihnen etwas anderes zu erzählen.

  • Eine bis anderthalb Zimmer, wenig schwere Möbel, kein Klavier und keine Vitrine.
  • Erdgeschoss oder erster Stock an beiden Adressen – oder ein funktionierender Aufzug.
  • Kurze Strecke innerhalb derselben Stadt, eine Fahrt reicht.
  • Mindestens drei verlässliche Helfer, die schon einmal getragen haben.
  • Zeitlich flexibel: Wenn der Tag nicht reicht, ist auch der Folgetag frei.
  • Hausrat ohne Stücke, deren Verlust wehtun würde.

Wann es sich nicht rechnet

Die Faustregel, die sich aus der Praxis ergibt: Sobald ein Möbellift nötig wird oder die Wohnung über drei Zimmer hat, liegen beide Varianten preislich näher beieinander, als die meisten erwarten – und dann entscheidet nicht mehr der Preis, sondern was Sie mit zwei Tagen Ihrer Zeit anfangen möchten.

  • Ab dem dritten Obergeschoss ohne Aufzug – spätestens hier brauchen Sie einen Möbellift, und dann schmilzt der Preisvorteil.
  • Schwere Einzelstücke: Klavier, Flügel, Tresor, Massivholzschrank, Boxspringbett.
  • Fester Termin ohne Spielraum, etwa weil die Schlüsselübergabe am selben Tag ist.
  • Strecken über rund hundert Kilometer – dann kommen zwei Fahrten oder ein großes Fahrzeug ins Spiel.
  • Hochwertiger Hausrat, bei dem ein Schaden die Ersparnis sofort auffrisst.
  • Keine verlässlichen Helfer. Zwei Personen für eine Drei-Zimmer-Wohnung sind kein Umzug, sondern ein Wochenende.

Die Variante, die am häufigsten übersehen wird

Zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ liegt die Mischform, und sie ist in der Praxis der häufigste Fall. Sie übernehmen, was Zeit kostet, aber keine Ausrüstung braucht – wir das, woran ein Selbstumzug typischerweise scheitert.

Das sieht meistens so aus: Sie packen selbst und räumen selbst aus, wir stellen den Möbellift, tragen die schweren Stücke, bauen Schränke und Betten ab und wieder auf und beantragen die Halteverbotszone. Der Preis liegt dann deutlich unter dem Komplettumzug, und die beiden Punkte, an denen es sonst klemmt, sind abgedeckt.

Genauso gut funktioniert die Teilung andersherum: Wir packen Küche und Zerbrechliches, Sie den Rest. Küche und Glas sind der Teil, der am längsten dauert und bei dem am meisten kaputtgeht.

Einzelleistungen gibt es auch ohne kompletten Umzug Möbellift, Halteverbotszone, Verpackungsservice, Möbelmontage – alles davon lässt sich einzeln buchen.

Alle Leistungen ansehen

So rechnen Sie es für sich selbst durch

  1. Volumen schätzenPro Zimmer rund zehn bis zwölf Kubikmeter. Das entscheidet über Fahrzeuggröße und darüber, ob eine Fahrt reicht.
  2. Etagen und Aufzug notierenAn beiden Adressen. Ab dem dritten Stock ohne Aufzug rechnen Sie den Möbellift gleich mit ein.
  3. Helfer ehrlich zählenNicht wer zugesagt hat, sondern wer schon einmal einen Schrank getragen hat und am Umzugstag sicher kommt.
  4. Beide Summen danebenlegenSelbstumzug mit allen Posten oben gegen ein Festpreis-Angebot. Erst dann vergleichen Sie dasselbe.
  5. Die Zeit bewertenZwei Tage plus Packabende. Wer dafür Urlaub nimmt, sollte den Tagessatz dazurechnen – sonst vergleicht er Äpfel mit Birnen.

Häufige Fragen

Noch Fragen zu diesem Thema?

Ist ein Selbstumzug wirklich günstiger?

Bei kleinen Wohnungen im Erdgeschoss meistens ja. Ab drei Zimmern oder ab dem dritten Stock ohne Aufzug liegen beide Varianten oft näher beieinander, als man erwartet – vor allem wenn ein Möbellift nötig wird.

Rechnen Sie Material, Kaution, Verpflegung und Urlaubstage mit, sonst vergleichen Sie unvollständig.

Wer haftet, wenn beim Selbstumzug etwas kaputtgeht?

Sie. Ohne Umzugsvertrag gibt es keine Haftung nach § 451e HGB, und ob die Privathaftpflicht eines Helfers greift, hängt von dessen Vertrag ab – Gefälligkeitsschäden sind nicht überall eingeschlossen.

Das gilt auch für Schäden am Treppenhaus, die den größten Teil der Umzugsschäden ausmachen.

Wie viele Helfer brauche ich für einen Selbstumzug?

Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung mindestens drei Personen, für drei Zimmer eher vier bis fünf – und davon sollten zwei schon einmal schwere Möbel getragen haben.

Zwei Personen schaffen eine Drei-Zimmer-Wohnung nicht an einem Tag, unabhängig davon, wie gut sie packen.

Kann ich nur einzelne Leistungen buchen?

Ja, und das ist der häufigste Fall. Möbellift, Halteverbotszone, Verpackungsservice und Möbelmontage lassen sich einzeln dazubuchen.

Viele packen selbst und lassen nur die schweren Stücke und den Lift machen – das deckt genau die beiden Punkte ab, an denen Selbstumzüge scheitern.

Ab welcher Wohnungsgröße lohnt sich eine Firma?

Als Orientierung: ab drei Zimmern, ab dem dritten Stock ohne Aufzug oder bei einem festen Termin ohne Spielraum.

Darunter ist der Selbstumzug oft die vernünftigere Wahl – das sagen wir Ihnen auch am Telefon, wenn es so ist.

Ihre Frage war nicht dabei? Rufen Sie an – wir gehen mit Ihnen durch, was für Ihren Umzug wichtig ist.

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